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::: Juli 2008 :::

Computerwoche, 1.7.2008, www.computerwoche.de/1867713

"Reality Check - Was vom Hype übrig blieb"

Als die Metro Group 2003 ihren Future Store einrichtete, war die Radio Frequency Identification in aller Munde. Mittlerweile ist es still geworden um die Funktechnik. Aber im Verborgenen blüht sie richtig auf...

Zu teuer ist das Item-Level-Tagging aber vor allem deshalb, weil es derzeit wenig Nutzen bringt. Die Vision der Metro sah vor, dass die Kunden ihren Einkaufswagen durch ein RFID-Leseportal schieben, das ihre Einkäufe automatisch erfasst, so dass der Check-out ohne Personalaufwand möglich ist. Doch davon sind wir noch weit entfernt.

"Wir haben in der Vergangenheit Erwartungen geweckt, die sich so nicht realisieren lassen", räumte Michael Schenk, Professor am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) kürzlich auf den von J&M Management Consulting4 organisierten "Supply Chain Days" ein. Im "Massenmarkt", sprich: Einzelhandel, sei das Thema passé.

Warten auf den Netzeffekt

Der RFID-Kenner Elgar Fleisch, Professor an der ETH Zürich und der Universität St. Gallen, begründet das mit dem fehlenden "Netzeffekt": Ein automatischer Check-out beispielsweise sei nur dann möglich, wenn wirklich alle Produkte im Einkaufswagen erfasst würden. Solange nur Shampoo, Rasierklingen, CDs und Frischkäse gekennzeichnet sind, kann das also nicht funktionieren. Aber bis sich die neue Technik flächendeckend durchgesetzt hat, können laut Fleisch durchaus noch 15 Jahre ins Land gehen.

Für die Artikelkennzeichnung gibt es derzeit nur einige Pilotprojekte, die zunächst weniger dem Effizienzgewinn des Handelsunternehmens als dem Kundenkomfort dienen. Dazu zählen die Experimente der Metro-Tochter Kaufhof5, die in Zusammenarbeit mit Bekleidungsherstellern wie Gerry Weber und Gardeur6 den Einsatz intelligenter Etiketten ("Smart Chips") auf Textilien erprobt...