| Ausgabe September 2007 | |||
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RFID im Bibliotheksmarkt – eine Erfolgsgeschichte
Als Texas Instruments und NXP, ehemals Philips Semiconductors, die ersten Smart Labels basierend auf 13,56 MHz im Jahr 1997 vorstellten, wurden Anwendungen in den Bereichen Fluggepäck, Kleidung, Pakete und teure Spirituosen favorisiert. Innerhalb von kurzer Zeit wurde mit exponentiell ansteigenden Stückzahlen in diesen Segmenten gerechnet. Daher ist es nicht überraschend, dass nur wenige zu diesem Zeitpunkt ernsthaft über andere Möglichkeiten der Anwendung nachdenken wollten, waren doch die avisierten Zielmärkte auf Milliarden von Stück geschätzt worden.
Aber wie schon so oft in der fast 30-jährigen kommerziell betriebenen RFID-Geschichte kam alles anders als geplant. So ist es nicht verwunderlich, dass aus einem Mauerblümchen namens ‚Bibliotheken' der weltweit größte Einsatzmarkt mit RFID-Labels entstanden ist. Nach Schätzungen einiger Experten und Marktplayer sind heute zirka 1 700 bis 1 800 Bibliotheken mit der Transpondertechnik ausgestattet. Man rechnet, dass bis Ende 2007 fast 450 Millionen Medien wie Bücher, Dokumente, Magazine, CDs und DVDs ein Smart Label tragen. Zirka 15 000 bis 20 000 Lese-/Schreibgeräte werden ihren Einsatz in Durchgangsschleusen, Check-in/-out Stationen, Tischdruckern sowie Handlesegeräten finden. Erstaunlich ist aber, dass nicht die seit Anfang des 21. Jahrhunderts ständig im Blickpunkt stehende UHF-Technologie dominierend ist, sondern die weltweit zugelassene 13,56MHz Frequenz. Diese kann mit dem ISO 15693 Standard überall und ohne Einschränkungen eingesetzt werden. Schätzungsweise sind zirka 90 Prozent aller Bibliotheken mit Smart Labels basierend auf diesem Standard ausgestattet. Die restlichen 10 Prozent teilen sich proprietäre 13,56 MHz Technologien und andere höherfrequente, UHF und 2,45GHz, Smart-Label-Produkte. Zunehmend werden auch kontaktlose Smart Cards, vorwiegend ISO 14443/Mifare, als Bibliotheksausweise benutzt beispielsweise in Indien, Holland und München. Das Geschäft wird heute von zirka 60 über den Globus verteilten Systemintegratoren betrieben. Es existieren ungefähr 20 Firmen, die sich auf Smart Labels für den Bücherei-Markt spezialisiert haben. Die Schreib-/Lesetechnik wird von wahrscheinlich zehn Unternehmen geliefert. Mehrere Mitglieder des AIM-D Verbandes finden sich dabei in vorderster Front, sei es auf der Chip-Seite, bei der Produktion von Smart-Labels, der Readertechnik sowie der Systemintegration. Mindestens drei Vertreter können heute mit Recht und nachweislich weltweite Marktführerschaft proklamieren. Unter den RFID-gesteuerten Bibliotheken finden sich so klangvolle Namen wie Vatikan, Princeton/USA, Oxford/UK, München, Stuttgart und viele andere. Aber die größte Einzelanwendung ist die des Stadtstaats Singapur, der mittlerweile alle öffentlichen Bibliotheken mit mehreren Millionen Smart Labels ausgestattet hat. Das Schweizer Unternehmen Bibliotheca, auch ein Mitglied des AIM-D Verbandes gehört zu den Top-Playern dieser Industrie. Ihre neueste Erfolgsmeldung ist die Belieferung und Ausstattung der Stadtbibliothek von Reutlingen mit 13,56 MHz Transpondertechnik. Die Neueröffnung ist für Anfang Oktober geplant. Weitere Informationen: http://www.bibliotheca-rfid.com/ Ralf Sander, AIM-D Vorstand (mit freundlicher Unterstützung von NXP)
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