DPP

Auf dieser Stelle informieren wir Sie regelmäßig über Aktuelles und die AIM-Aktivitäten rund um den Digital Produktpass (DPP) mit Dokumenten, Links und Terminen.

DPP

Der Digital Produktpass (DPP) ist eines der zentralen, aktuellen und Branchen-übergreifenden Themen für nahezu alle Bereiche der Wirtschaft in Produktion und Logistik. Der “Green Deal”, die Europäische Verpackungsverordnung (PPWR) und das Lieferkettengesetz sind nur einige Themen unter vielen, die vom Kontext des DPP berührt oder gar umfasst werden.

AIM-D e.V. wird deshalb hier regelmäßig aktuelle Informationen zum Thema adressieren. Anregungen und Kommentare werden gerne entgegen genommen: info@aim-d.de

Der Digitale Produktpass (DPP) – in Kürze verpflichtend für eine Vielzahl von Produkten in Europa – wird die Kreislaufwirtschaft fördern. Ein verpflichtender und standardisierter Digitaler Zwilling wird zu physischen Produkten erstellt; das heißt, zu den Produkten werden beschreibende Daten auf Servern bereitgestellt und über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes aktualisiert. Damit dies gelingt, müssen Produkte eindeutig maschinenlesbar gekennzeichnet und wesentliche aktuelle Zustände des Produktes erfasst werden, um hierüber den Digitalen Zwilling – den Digitalen Produktpass (DPP) – aktuell zu halten. RFID und Sensorik können hier helfen, diese Anforderungen zu erfüllen.

 

Weiterführende Informationen aus den AIM Experts Groups:

Weiterführende Links (Auswahl / ohne Gewähr / Stand: August 2026):

Einführung in den DPP

DPP: Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus 

Der DPP ist ein zentrales Element der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie und wird im Rahmen der Ökodesign-Verordnung der EU schrittweise für zahlreiche Produktgruppen eingeführt. Ziel des DPP ist es, transparente, strukturierte und digital zugängliche Informationen über Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bereitzustellen. 

Der DPP ermöglicht es, relevante Daten zu Materialien, Herkunft, Herstellung, Nutzung, Reparaturfähigkeit und Recyclingfähigkeit eines Produktes digital bereitzustellen. Diese Informationen können von Herstellern, Händlern, Serviceunternehmen, Behörden sowie von Endkunden genutzt werden. 

Internationale Bedeutung des DPP

Obwohl der Digital Product Passport zunächst durch europäische Regelungen eingeführt wird, entwickelt sich das Konzept zunehmend zu einem globalen Standard für Produkttransparenz und Nachhaltigkeit. Im Normentwurf ISO/AWI 25534-1 sollen Grundlagen für einen internationalen DPP definiert werden. 

Ziele des DPP

  • Verbesserung der Transparenz entlang der Lieferkette 
  • Förderung von Kreislaufwirtschaft und Recycling 
  • Unterstützung nachhaltiger Produktentscheidungen 
  • Vereinfachung von Wartung, Reparatur und Wiederverwendung 
  • Nachweis von regulatorischer Konformität 
  • Luftfeuchtigkeit / Lagerbedingungen 

Die Produktinformationen werden über eine digitale Identität des Produktes bereitgestellt, die über unterschiedliche Kennzeichnungstechnologien zugänglich gemacht werden kann. 

Branchen mit geplanter Einführung des DPP 

Die Einführung des Digital Product Passport erfolgt schrittweise für verschiedene Produktgruppen. Aktuelle Planungen der EU sehen unter anderem folgende Bereiche vor: 

Branchen/Produkte mit erwartetem Einführungszeitraum: 

  • Batterien: ab 2026 
  • Textilien: ab 2027 
  • Elektronik & IT-Produkte: ab 2027/28 
  • Möbel: ab 2028 
  • Bauprodukte: ab 2028 
  • Verpackungen: in Vorbereitung 

Unternehmen in diesen Branchen müssen künftig strukturierte Produktdaten bereitstellen und eine geeignete Kennzeichnung am Produkt integrieren. 

Kennzeichnungssysteme für den DPP

Damit der Zugriff auf den Digital Product Passport möglich ist, muss jedes Produkt mit einer eindeutigen Identifikation ausgestattet werden. Dafür kommen verschiedene Technologien in Frage: 

Mögliche Kennzeichnungssysteme: 

  • QR-Codes / DataMatrix-Codes 
  • NFC-Tags / RFID-Transponder 
  • Seriennummern mit Datenbankverknüpfung 
  • Cloud-basierte Produktidentitäten 

Je nach Branche, Produktlebensdauer und Einsatzbedingungen sind unterschiedliche Technologien sinnvoll. Besonders bei industriellen Anwendungen gewinnen RFID-basierte Lösungen zunehmend an Bedeutung. 

Vorteile der Kennzeichnung mit RFID-Transpondern 

RFID (Radio Frequency Identification) ermöglicht eine berührungslose und automatisierte Identifikation von Produkten. Im Kontext des Digital Product Passport bietet diese Technologie zahlreiche Vorteile. 

Wichtige Vorteile von RFID: 

  • Berührungslose Identifikation ohne Sichtkontakt 
  • Hohe Robustheit gegenüber Verschmutzung oder Beschädigung 
  • Automatisches und schnelles Auslesen vieler Produkte gleichzeitig 
  • Integration direkt im Produkt möglich 
  • Eindeutige Seriennummer für jedes einzelne Produkt 
  • Unterstützung automatisierter Logistikprozesse 

RFID ermöglicht damit eine zuverlässige Verbindung zwischen dem physischen Produkt und seinem digitalen Produktpass. 

Erweiterte Möglichkeiten mit RFID-Sensor-Transpondern 

Neben der reinen Identifikation eröffnen moderne RFID-Technologien zusätzliche Funktionen. Insbesondere RFID-Transponder mit integrierten Sensoren können physikalische Messgrößen erfassen und speichern oder übertragen. 

Beispiele für messbare Parameter: 

  • Temperatur 
  • Feuchtigkeit 
  • Erschütterung / Stoßbelastung 
  • Druck / Kraft 
  • Licht / Helligkeit 
  • Luftfeuchtigkeit / Lagerbedingungen 

Diese Sensorinformationen können direkt im Digital Product Passport hinterlegt oder an IT-Systeme übermittelt werden. 

Nutzen solcher Lösungen: 

  • Nachweis korrekter Transportbedingungen 
  • Qualitätsüberwachung sensibler Produkte 
  • Dokumentation der Produktnutzung 
  • Optimierung von Wartung und Service 
  • Unterstützung von Rücknahme- und Recyclingprozessen 

Damit wird der Digital Product Passport nicht nur zu einer Datenquelle über das Produkt, sondern auch zu einem Werkzeug für Monitoring und Qualitätsmanagement über den gesamten Lebenszyklus. Vertiefende Informationen zu RFID-Systemen mit integrierter Sensorik bietet das Whitepaper „RFID und Sensorik“ der Expertengruppe RFID + Sensorik des AIM Deutschland e. V.. Die Publikation steht über AIM Deutschland zum Download zur Verfügung. 

Unterstützung bei der Umsetzung des DPP

Die Einführung des Digital Product Passport stellt viele Unternehmen vor technische, organisatorische und regulatorische Herausforderungen. AIM-D e.V. und seine Mitglieds-Unternehmen unterstützt Interessenten bei der Umsetzung der Anforderungen. Unternehmen erhalten damit Zugang zu einem starken Netzwerk aus Technologieexperten, Systemanbietern und Anwenderunternehmen. 

RFID und Sensorik: Ein Mehrwert für den DPP (AIM Experts Group RFID & Sensorik

Der Digitale Produktpass (DPP)  

Wie eingangs bereits beschrieben, ist die Grundidee des Digitalen Produktpasses (DPP) die, dass wesentliche Produktmerkmale in digitaler Form abgespeichert werden und mit dem jeweiligen Produkt eindeutig verknüpft werden. Mittels Auto-ID Technologie soll ein Produkt eindeutig identifiziert werden können und der zugehörige digitale Datensatz abgerufen werden können. In der Europäischen Union wird dies demnächst für eine Vielzahl von Produkten Pflicht. Aber die EU ist hier „nur“ Vorreiter. Längst sind internationale Initiativen gestartet, die in Zukunft ähnliches auch nahezu weltweit fordern werden. Prinzipiell ist die Idee eines digitalen Zwillings nicht neu – neu ist jedoch, dass dieser Branchenübergreifend eingeführt und die Anforderungen klar durch verpflichtende Regularien geregelt ist. Auf die Basisdaten des DPP soll jeder, möglichst einfach mit einem Smartphone zugreifen können. Die EU legt hierbei einen klaren Fokus auf den Umweltschutz und die Förderung der Kreislaufwirtschaft. Wie Umweltfreundlich ein Produkt ist wird in Zukunft deutlich transparenter für jeden erkennbar sein. Zudem sollen durch wesentliche Kenngrößen, gesammelt über den gesamten Produktlebenszyklus und Produkteigenschaften eine Wiederverwendbarkeit erhöht werden. Idealerweise sollen Produkte also möglichst lange verwendet werden können, in einem nachfolgenden Schritt anderen Aufgaben zugeführt werden (Upcycling) und erst wenn alle Möglichkeiten der Nutzung ausgeschöpft sind Umweltschonend recycelt werden. Bei Elektronikkomponenten sollen beispielsweise Edelmetalle oder widerverwendbare Chips aufbereitet und für Neuprodukte wiederverwendet werden.

RFID und Sensorik

Damit dies gelingt müssen Produkte zukünftig verpflichtend mittels Auto-ID Technologie gekennzeichnet werden. Die RFID-Technologie ist hierbei eine gute Möglichkeit. HF wie auch UHF (ISO/IEC 18000-63) bieten hierbei viele Vorteil, unter anderem können Produkte auch ohne Sichtlinie erkannt werden und Pulk-Erfassungen werden ermöglicht. Ein weiterer für einige Anwendungen sicherlich interessanter Vorteil ist die Kombinationsmöglichkeit mit Sensortechnologie. In diesem Fall wird also nicht nur eine Eindeutige ID bzw. der Link zum DPP-Datensatz übermittelt ,sondern direkt Sensordaten vom Produkt. Mit diese Informationen kann dann in industriellen Prozessen, direkt der DPP aktualisiert werden. AIM-D hat über die Möglichkeiten und Vorteile von RFID und Sensorik ein Umfangreiches Whitepaper veröffentlicht.  

RFID und Sensorik – mehr Effizienz für den DPP

Mit der Kombination von RFID und Sensorik werden direkt zwei wesentliche Anforderungen des DPP erfüllt

  • Eindeutige, standardkonforme Identifikation
  • Erfassung von wesentlichen Zuständen mit denen der DPP aktualisiert werden kann

Die Möglichkeiten der kombinierbaren Sensorik sind hierbei vielfältig – was gerade in industriellen Prozessen einen Mehrwert und eine Kosteneffizienssteigerung bringen dürfte.

  • Temperatur
  • Feuchtigkeit
  • Beschleunigung
  • Verformung
  • Spannung
  • Lage- / Orientierung